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Peer-Austausch: Gesundheit von Lernenden im Fokus

vor 11 Minuten
3 Min. Lesezeit

Psychische Belastungen und Kurz-Abwesenheiten bei Lernenden stellen viele Lehrbetriebe vor Herausforderungen. Wie können Berufsbildnerinnen und Berufsbildner frühzeitig reagieren? Welche Unterstützung kann ein KMU bieten? Wo liegen die eigenen Grenzen – und was können Betriebe voneinander lernen?



Diesen Fragen widmete sich der erste Peer-Austausch des Forum BGM Zentralschweiz zum Thema psychische Gesundheit von Lernenden. Am 4. November trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von drei Mitgliedsorganisationen (Maler Stutz, Stiftung Dreipunkt sowie Opacc) in einem kleinen geschützten Rahmen. Moderiert wurde der zweistündige Austausch von Christine Fekete von workmastery.


Psychische Gesundheit von Lernenden als Herausforderung für Betriebe

Der Einstieg ins Berufsleben ist für junge Menschen eine prägende Phase. Neue Aufgaben und Erwartungen im Betrieb, schulische Anforderungen und persönliche Veränderungen treffen gleichzeitig aufeinander. Gesundheitliche und insbesondere psychische Belastungen von Lernenden führen deshalb auch Berufsbildnerinnen und Berufsbildner zu anspruchsvollen Situationen. Als zusätzliche Bezugspersonen neben den Eltern, Lehrpersonen und Peer-Gruppen müssen sie einschätzen, welche Art von Unterstützung erforderlich ist, wie sie angemessen reagieren können und wo professionelle Hilfe notwendig wird.

Dabei gibt es nicht für jede Situation eine einfache Standardlösung. Gerade deshalb kann der Austausch mit anderen Betrieben wertvoll sein.


Peer-Austausch statt klassischem Fachreferat

Das neue Format des Forum BGM Zentralschweiz setzt bewusst nicht auf ein klassisches Referat. Im Zentrum stehen die Fragen, Erfahrungen und Herausforderungen der teilnehmenden Betriebe. Bereits vor dem Treffen wurden die Teilnehmenden gebeten, ihre wichtigsten Herausforderungen im Umgang mit gesundheitlichen Themen bei Lernenden sowie ihre Erwartungen an den Austausch zu formulieren. Dadurch konnte die Diskussion direkt an konkreten Situationen aus dem betrieblichen Alltag ansetzen. Unter professioneller Moderation im kleinen Rahmen entstand ein geschützter Raum, in dem auch emotionale Erfahrungen geteilt, Fragen diskutiert und mögliche Vorgehensweisen reflektiert werden konnten. In dieser Runde profitierten die Berufsbildungsverantwortlichen zusätzlich von der langjährigen Erfahrung der Stiftung Dreipunkt in der Begleitung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in die Arbeitswelt.


Voneinander lernen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Peer-Learning kann im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) eine wichtige Ergänzung zu Fachwissen, Weiterbildungen und Beratungsangeboten sein. Viele Unternehmen beschäftigen ähnliche Fragen, entwickeln in der Praxis aber unterschiedliche Lösungswege. Der direkte Austausch ermöglicht es, von diesen Erfahrungen zu profitieren und gleichzeitig die eigene Vorgehensweise kritisch zu reflektieren. Gerade bei sensiblen Themen, die das Wohlergehen und die Chancen der Jugendlichen betreffen, aber gleichzeitig die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner an ihre Grenzen bringen, ist dieser Austausch wertvoll. Im kleinen Kreis können Unsicherheiten und auch konkrete schwierige Fälle offen angesprochen werden.


Ein neues BGM-Format für Mitglieder des Forum BGM Zentralschweiz

Der erste Peer-Austausch war für das Forum BGM Zentralschweiz ein Pilotversuch. Unser Ziel ist es, das Format künftig regelmässig anzubieten. Geplant sind drei bis vier Peer-Austauschtreffen pro Jahr zu unterschiedlichen Themen rund um eine gesunde Arbeitswelt.

Das Grundprinzip bleibt dabei bewusst einfach:

  • konkreter und praxisrelevanter Fokus

  • maximal acht Teilnehmende

  • Teilnahme nach dem Prinzip «first come, first served»

  • professionelle Moderation

  • ein vertraulicher und geschützter Rahmen

  • konkrete Herausforderungen aus dem betrieblichen Alltag

  • Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe


Damit ergänzt der Peer-Austausch unsere Webinare, Netzwerkanlässe und weiteren Veranstaltungen um ein bewusst kleines und interaktives Format.


BGM lebt vom Austausch zwischen Unternehmen

Betriebliches Gesundheitsmanagement besteht nicht nur aus Konzepten, Instrumenten und Massnahmen. Viele Herausforderungen entstehen dort, wo Menschen miteinander arbeiten, führen und ausbilden. Gerade dann ist es hilfreich, nicht jede Lösung allein entwickeln zu müssen, sondern gemeinsam neue Ansätze, seien es nur kleine Alltagshilfen, für den betrieblichen Alltag zu entwickeln.


Aus dem ersten Austauschtreffen zum Thema Gesundheit und psychische Belastungen von Lernenden konnten die Teilnehmenden konkrete Impulse mitnehmen, die sie in ihren Betrieben umsetzen möchten. Ein grosses Dankeschön geht an Christine Fekete für die Vorbereitung und Moderation sowie an unsere teilnehmenden Mitgliederorganisationen für ihre Offenheit und den vertrauensvollen Austausch.


Wir freuen uns darauf, den Peer-Austausch weiterzuentwickeln und gemeinsam mit unseren Mitgliedern weitere aktuelle BGM-Themen aufzugreifen.



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